Ghostbike #14 in Coswig aufgestellt

Für die am vergangenen Montag in Coswig (Landkreis Meißen) von einem abbiegenden LKW getötete Radfahrerin wurde gestern das Ghostbike #14 aufgestellt. Am Abend gedachte die Critical Mass Dresden der Radfahrerin und besuchte das Ghostbike.

Im Vorfeld erreichten uns per E-Mail einige Hinweise auf den Unfall mit der Bitte, dort ein Ghostbike aufzustellen. Ebenfalls wurden uns von verschiedenen Seiten Fahrräder sowie tatkräftige Unterstützung beim Lackieren/Schmücken und der Pflege angeboten. Vielen Dank, dass durch das Engagement so vieler Menschen schnell ein Gedenkrad aufgestellt werden konnte!

#GB 14 frontal

Ghostbike #13 in Dresden-Plauen aufgestellt

Der Unfall – und traurige Anlass – für das gestern in der Heinrich-Greif-Straße in Dresden-Räcknitz aufgestellte Gedenkrad liegt bereits zwei Monate zurück:
Am Abend des 27. März 2020 fuhr ein 35-Jähriger auf der Fahrbahn der Heinrich-Greif-Straße bergab in Richtung Zellescher Weg. Dabei stürzte er aus bisher ungeklärter Ursache und blieb schwer verletzt liegen. Erst nach etwa 60 Minuten wurde er durch einen Passanten gefunden und zeitnah vom gerufenen Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Am Montag dem 30. März erlag er dort seinen Verletzungen.

GB #13

GB #13 schräg

Das Ghostbike wurde zusammen mit Freund*innen, Bekannten und der Lebensgefährtin des Toten aufgestellt. Sein Name war Stephan.

Spendenkonto

Wir werden immer wieder gefragt, wie man uns unterstützen kann. Neben tatkräftiger Arbeit beim Aufstellen, Pflegen oder Transport der Räder freuen wir uns auch über finanzielle Unterstützung.

Dank dem VCD Elbe-Saale haben wir jetzt ein Spendenkonto. Es können sogar Spendenquittungen ausgestellt werden. Die Kontoverbindung und weitere Details, wie man uns unterstützen kann, gibt es hier.

Neue Ghostbikes in Kleinpestitz und Heidenau

Kaum aus der Sommerpause zurückgekehrt, mussten wir uns bedauerlicherweise wieder mit 2 tödlichen Unfällen in und um Dresden befassen. Beide fallen in die Kategorie, die in Polizei- und Medienberichten gerne als übersehen bezeichnet wird:

Am 23. Juli erwischte es einen 66-jährigen Pedelec-Fahrer in Dresden Kleinpestitz. Ihm wurde an der Kreuzung Kohlenstr./ Innsbrucker Straße von einem rechtsabbiegenden PKW-Fahrer die Vorfahrt genommen. Bei einer Gefahrenbremsung stürzte er, zog sich schwere Verletzungen zu und starb noch an der Unfallstelle.
Ihm ist das Ghostbike #10 gewidmet.

Rechtsabbieger an der Kohlenstraße

Am 13. September wurde ein 59-jähriger in Heidenau von einem rechtsabbiegenden LKW überrollt. Ein LKW bog aus einer Grundstückseinfahrt nach rechts auf die Güterbahnhofstraße (S172) ab und überrollte den auf dem Fußweg fahrenden Radfahrer. Auch hier verstarb das Unfallopfer noch an der Unfallstelle.
Ihm ist Ghostbike #11 gewidmet.

Ghostbike #11 in Heidenau

Auch wenn beide Unfälle auf den ersten Blick recht unterschiedlich wirken, so haben sie doch einige Gemeinsamkeiten:
In beiden Fällen lautet die erste Diagnose, die Fahzeugführer hätten die Radfahrer übersehen. Bei einem sehr langsam von einem Grundstück abbiegenden LKW mit vielen verschiedenen Spiegeln stellt sich dabei die Frage, ob denn überhaupt ausreichend hingesehen wurde. Gleiches gilt für abbiegende PKW, deren Fahrer ab und an vergessen, dass neben ihnen noch andere Verkehrsteilnehmer*innen fahren, die erst mit einem Schulterblick sichtbar werden.
Bei beiden Unfällen ist auch die mangelhafte bzw. gar nicht vorhandene Radinfrastruktur ein Problem:
An der Kohlenstraße gibt es bis kurz vor der Unfallkreuzung weder Rad- noch Fußwege. Die wenigsten Radfahrer*innen fahren dort auf der Fahrbahn, sondern weichen in eine Parallelstraße hinter dem nächsten Wohnblock aus. Diese wird erst wenige Meter vor der Kreuzung wieder als Hochbordradweg an die Kohlenstraße herangeführt. Die mangelnde Präsenz von Radfahrenden im Bereich vor der Kreuzung hilft nicht gerade dabei, KFZ-Fahrer*innen an die Existenz von Fahrrädern zu erinnern. Auch eine Entkopplung von der Ampelphase für Rechtsabbieger könnte hier hilfreich sein.
An der S172 in Heidenau gibt es ebenfalls keine Radverkehrsanlagen. Auf der Staatsstraße gibt es sehr viel Durchgangsverkehr, was das Fahren auf der 2-spurigen Fahrbahn angsteinflößend machen kann. Hier haben Radfahrende die Wahl zwischen häufig engen Überholvorgängen oder dem regelwidriegen Ausweichen auf den Fußweg. Letzteres ist für manche Fahrzeugführer*innen womöglich unerwartet und sie werden nicht wahrgenommen. In dieser Zwickmühle gibt es keine richtige Entscheidung.

Ghostbike #10 am Geländer der Brücke über die Innsbrucker Straße

Egal ob im konkreten Fall ein besseres Hingucken ein Übersehen hätte verhindern können oder nicht, brauchen wir eine Infrastruktur die die Folgen dessen abfedern kann!

Ghostbike #9 in Bühlau aufgestellt

Schon seit einigen Wochen steht in Bühlau an der Cunewalder Straße ein neues Ghostbike.

Ghostbike #9

Hier wurde am 29.07. ein Mann von einem unbesetzt losgerollten Auto getötet. Die Fahrerin des Wagens hatte diesen ungesichert am Berg abgestellt, worauf sich das leere Fahrzeug bergab in Bewegung setzte und nach ca. 100m den 59-jährigen überrollte. Der Mann verstarb noch an der Unfallstelle.

Ghostbike #9 mit Überblick über Unfallstelle

Wir erleben es immer wieder, dass Autos im Alltag als Waffen eingesetzt werden. Gesegnet mit dem schwereren fahrbaren Untersatz versucht so manche*r die eigene Vorfahrt gegenüber weniger geschützten Verkehrsteilnehmer*innen durchzusetzen.
Doch dieser Fall ist anders: Die Fahrzeugführerin des Volvo Kombis war sich offensichtlich gar nicht bewusst, was für ein gefährliches Gerät sie dort im öffentlichen Raum abgestellt hat. Der arglose Radfahrer hatte nicht mit einem unkontrolliert entgegenkommenden Wagen gerechnet und konnte ihm so nicht mehr ausweichen. Gegen die Fahrzeughalterin des Unfallwagens wird mittlerweile wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die Familie des Radfahrers jedoch wird ihr verlorenes Mitglied nicht wieder bekommen.